Die Oberallgäuer Maler um 1850 bis 1900 - Vortrag von Gunther le Maire

Georg Grimm, Landzunge in Niteroi
Georg Grimm, Landzunge in Niteroi
Ludwig Glötzle, Jesus und die Schriftgelehrten
Ludwig Glötzle, Jesus und die Schriftgelehrten

Donnerstag, 11. Juli 2013, 19.30 Uhr

Gunther le Maire stellt in einem Vortrag mit vielen Bildern die Maler des 19. Jahrhunderts im südlichen Oberallgäu vor.

Dort gab es seit dem Barock eine verblüffend große Anzahl von bildenden Künstlern. Diese für die Identität so bedeutungsvolle Tradition wird leider vernachlässigt. Vor allem in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren erstaunlich viele Künstler des Oberallgäus führende Maler in Bayern.
Beim Missener Joseph Hauber ließ sich am Königlichen Hofe und in der Gesellschaft Münchens jeder malen, der etwas auf sich hielt. Er wurde ganz früh als Professor an die neue Königliche Kunstakademie in München berufen. Dort erhielt rund ein Jahrzehnt später der Bad Hindelanger Konrad Eberhard eine Professur. Conrad Dorner, in Balderschwang geboren, schuf in der St.Isaaks-Kathedrale in Petersburg, der größten Kirche Russlands, 6 m hohe Gemälde. Johann Baptist von Schraudolph aus Oberstdorf bekam den Auftrag, den Speyerer Dom auszumalen, und Joseph Anton Fischer aus Oberstdorf entwarf das Bayerische Fenster im Dom von Köln, Von Maximilian Seelenmayer aus dem Kleinwalsertal sind heute noch 33 Altarbilder und Kreuzwege im Elsass, erhalten. Johann Georg Hiltensperger aus Haldenwang war Professor für Antikenmalerei und der Rettenberger Andreas Müller übernahm den Lehrstuhl von Baptist von Schraudolph.
Alle waren Historienmaler, Neoklassizisten, Nazarener oder Spätnazarener.

Der einzige, der aus diesem Rahmen fällt, ist Johann Georg Grimm. Er war zu seiner Zeit so „hypermodern“, dass er keine Chance hatte, im Allgäu von seiner Malerei leben zu können. Sein Werk wird derzeit umfangreich in der Ausstellung LICHT LUFT LANDSCHAFT im Museum Hofmühle in Immenstadt gezeigt.

Im Allgäu waren damals Ludwig Glötzle, Borgias Speiser und andere am Werk, die vielen unbekannt sein werden, bis gegen Ende des Jahrhunderts wieder geläufige Namen in Erscheinung traten.