"...über die Dörfer" - Fotografien von Lala Aufsberg - verlängert bis So, 14.07.!

Lala Aufsberg
Lala Aufsberg
Lala Aufsberg, Trachtenfest Altstädten 1939
Lala Aufsberg, Trachtenfest Altstädten 1939

…über die Dörfer – Idyllen zwischen Anger und Kirchturm Sa 08. Juni - So 14. Juli 2013, Do - So 15 - 18 Uhr während des Deutschen Wandertages: Do, 27. - So, 30. Juni 10 - 18 Uhr Eröffnung: Fr, 7. Juni, 19 Uhr

Das Allgäu in historischen Fotografien aktuell zum Deutschen Wandertag 2013.

Wandern, fahren, unterwegs sein: „…über die Dörfer“ geht es in der Villa Jauss in Oberstdorf. Historische Fotografien von Lala Aufsberg (1907- 1976) erzählen vom Leben und Leben lassen auf dem Lande.

Sie gehören zu einer verschworenen Gemeinschaft: die alten Männer auf der langen Bank, das gut eingespielte Team von Kutscher und Pferd, die Mädchen, die den Frühling herbeitanzen. Bei Streifzügen über Allgäuer Dörfer hat Lala Aufsberg die Bewohner fotografiert, Architektur und Landschaft, alltägliche und festtägliche Ereignisse. Die präzisen und poetischen Schwarzweißfotografien sind beeindruckend in ihrer Unmittelbarkeit und machen längst vergangenes gegenwärtig. Der Heimatbund Allgäu e.V. präsentiert in der Oberstdorfer Villa Jauss eine exklusive Auswahl von Aufnahmen der Fotografin und Weltreisenden.

Die Bilder hat Lala Aufsberg zwischen den 1930er und 1950er Jahren aufgenommen. Damals war auch ihr Heimatort Sonthofen noch ein Dorf. Es war ihr „ruhender Pol“, Ausgangspunkt von ausgedehnten Reisen durch ganz Deutschland und Europa, nach Ägypten, Thailand, Kambodscha. Viele Verlage wussten ihre Fähigkeit zu schätzen, kulturhistorische Stätten oder Kunstgegenstände in adäquater Weise visuell zu erfassen und auf Fotografien in fein abgestuften Grautönen wiederzugeben.

War sie nicht in fernen Ländern, hat Lala Aufsberg das Allgäu und angrenzende Gebiete wie ein fremdes Land fotografisch erkundet. Die Ausstellung gibt ganz neue Einblicke in diesen eigenständigen, persönlichen Teil ihres Werks, der überwiegend aus freien, nicht auftragsgebundenen Arbeiten besteht: Zu sehen sind großformatige Foto-Inszenierungen und Installationen; zudem würdigt eine Serie neuer Abzüge von den Originalnegativen das handwerkliche Ethos einer Fotografin, die sich ihres Könnens und ihrer Verantwortung gegenüber dem Betrachter ihrer Bilder stets bewusst war.

Die Fotografien entfalten ein Panorama des Dorfes als Lebensraum, der von natürlichen Gegebenheiten und organisch gewachsenen Strukturen geformt wird, in dem Traditionen und Religiosität den alltäglichen Rhythmus der Menschen auf selbstverständliche Weise bestimmen. In den Motiven von Orten der Geborgenheit und der Verwurzelung zeichnen sich jedoch auch erste Spuren einer modernen Industriegesellschaft ab, die in diesen „Idyllen zwischen Anger und Kirchturm“ wie exotische Fremdkörper wirken.

Alle Aufnahmen stammen aus dem Aufsberg-Archiv des Heimatbund Allgäu e.V., dem 1988 nahezu 13 000 Schwarzweißnegative aus dem Nachlass der Fotografin übergeben wurden: die Dokumentation der Kultur eines ländlichen Raums, die Chronik eines von tiefgreifenden Veränderungen geprägten geschichtlichen Abschnitts.

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien von Lala Aufsberg bringen diesen Teil Allgäuer Geschichte in Erinnerung. Und sie sind ein Abgesang auf eine vergangene Bildkultur, in der Realität und fotografisches Abbild noch in unmittelbarer Beziehung zueinander standen.