Max Bergmann und Franziskus Dellgruen

Dellgruen, Frau in Blau u. Bergmann, Nähende Frau
Dellgruen, Frau in Blau u. Bergmann, Nähende Frau
Bergmann, Herbst
Bergmann, Herbst
Franziskus Dellgrün, Stillleben
Franziskus Dellgrün, Stillleben

Winterausstellung 2015-16, 06. Dezember 2015 bis 10. Januar 2016, Di. - So. 14 – 17 Uhr, Hl. Abend und Silvester und am 26.12. ab 16 Uhr geschlossen!

Eröffnung: Samstag, 05. Dezember, 19 Uhr
Einführungen: Klaus Bergmann und Ellen Haug, Musik: Oliver Post, Gitarre

Das Kunsthaus Villa Jauss in Oberstdorf präsentiert in seiner Winterausstellung zwei Künstler des letzten Jahrhunderts, deren Gemälde und Zeichnungen aus Privatbesitz stammen und erstmals im Allgäu zu sehen sind.

Max Bergmann (1884-1955)
Der Künstler wurde am 2.12.1884 in Fürstenberg/Oder geboren. Schon als Schüler zeigt sich sein großes malerisches Talent. Er studiert ab 1902 an der Hochschule für Bildende Künste in Charlottenburg und später in München ab 1906 bei Professor Heinrich von Zügel. Dessen „Komponierklasse“ verbringt die Sommer immer in Wörth am Rhein, um dort Tiere in freier Natur zu malen. 1910 reist der junge Maler nach Paris, studiert an der Malschule „La Palette“ und freundet sich mit Marcel Duchamp an. Dieser besucht ihn 1912 in München. Bergmann heiratet 1914 die Kaufmannstochter Dorothea Karstadt, die 1916 in Haimhausen - nördlich von München - die Villa des Malers Buttersack erwirbt. Nach dem 1.Weltkrieg sind seine Bilder ständig in der Jahresausstellung im Münchner Glaspalast zu sehen. In Haimhausen gründet er 1925 eine Malschule und übernimmt auch die jährliche Sommermalschule Zügels in Wörth. Mit seiner spätimpressionistischen Malweise entwickelt er sich zu einem anerkannten und erfolgreichen Künstler. Am 17.Oktober 1955 stirbt Max Bergmann in Haimhausen.
Der Meisterschüler von Prof. Heinrich von Zügel – allgemein bekannt als Tiermaler - ist in seiner Vielseitigkeit über diesen hinausgewachsen. So werden in der Ausstellung außer Tierdarstellungen auch Portraits, Landschaften, Akte, Blumenstücke und Stillleben zu sehen sein. Sämtliche Bilder kommen aus dem Besitz von Enkeln des Malers und seinem Großneffen Ralf Kellner aus Immenstadt. Dieser ist geborener Oberstdorfer und hat die Ausstellung initiiert. Ein Teil der Bilder wird auch verkäuflich sein.

Franziskus Dellgruen (1901-1984)
Franziskus Dellgruen war von 1917 -1922 Schüler an der Kunstgewerbeschule Köln. Von 1923 – 1927 studierte er als Meisterschüler von Prof. Robert Sterl an der Akademie der Künste zu Dresden. Zeitweilig war er Gaststudent bei Oskar Kokoschka. Nach einem Studienaufenthalt in Italien kam er 1928 nach Berlin und studierte bis 1931 als Meisterschüler von Max Slevogt an der Akademie der Künste in Berlin. Dort lebte er in den folgenden Jahren als freischaffender Künstler und beteiligte sich regelmäßig an den großen Berliner Kunstausstellungen. 1943 vernichtete eine Luftmine das gesamte Werk von Franziskus Dellgruen. Nach seiner Entlassung aus russischer Gefangenschaft 1945 begann er wieder zu arbeiten. Seine Schaffenskraft war trotz eines Leidens ungebrochen. Franziskus Dellgruen starb am 26.03.1984 in Berlin. Er hinterlässt ein Werk, das in seiner Vielfalt von Zeichnungen, Radierungen, Portraits und Gemälden nach einer Ausstellung 2014 im Sterlhaus bei Dresden auch dem Allgäuer Publikum zugänglich gemacht werden soll. Leihgeberin ist Frau Ellen Haug aus Oberstdorf, deren Mutter in erster Ehe mit Dellgruen verheiratet war.