am 04.12.2010 von Initiative Villa Jauss e.V

Detlef Willand "Holzschnitte"

Detlef Willand - Großer Pilger 1981

Ausstellungseröffnung: Freitag 03. Dez. 2010 19 Uhr
Einführung: Anton Amann
musikalisch bereichert durch das Jodlerquintett

Auf über 40 Jahre Holzschneiden kann der im Kleinwalsertal lebende Künstler Detlef Willand zurückblicken. Anlässlich seines 75. Geburtstages zeigt das Kunsthaus Villa Jauss ab 4. Dezember eine Auswahl seiner "Lieblingsblätter" in ungewöhnlicher Zusammenstellung und seinen bisher unveröffentlichten Zyklus "7 Berge". - Faszinierende Einblicke in einen künstlerischen Lebensweg.

Detlef Willand (geb. 1935) gehört zur Avantgarde jener holzschneidenden Künstler, die an die Wiederentdeckung des Holzschnitts durch die Expressionisten angeknüpft und diesen auf faszinierende, facettenreiche Art und Weise weiterentwickelt haben. Der Holzschnitt - als Urform des modernen Buchdrucks lange Zeit ein wichtiges Mittel zur Popularisierung von Ideen - hat sich im 20. Jahrhundert zu einem eigenständigen Medium des Ausdruckswillens der Künstler gewandelt.
Durch klare Schnitte, scharfe Konturen, starke Abstraktionen, überzogene Farbgebung zeigen Detlef Willands Holzschnitte Gegenständliches in eindrucksvoller Klarheit und weisen doch darüber hinaus. "Sie illustrieren das Leben" sagt Willands Tochter Caroline in seinem Werkverzeichnis. Der perfekte Handwerker und brillante Gestalter erschafft reduzierte Formen, klare Gesten, humorvolle Übertreibungen, Geschichten mit großartiger Ausdruckskraft.
Die Landschaft und die bäuerliche Kultur des Kleinwalsertales haben Detlef Willand geprägt, dort sind seine Wurzeln, dort findet er seine ersten Themen. Und dort beginnt auch die Suche nach dem großen Ganzen, nach des Lebens Sinn und Kern, die sich überall in seinen Arbeiten wiederfindet. Er sagt über sich selbst, "ich bin eher wie der Baum, aus dem ich meine Holzschnitte mache, ein Teil steckt in der dunkelfeuchten Erde und fesselt mich, - der Andere schwingt im winddurchwehten Himmel".
Neben einer Vielzahl an Einzelarbeiten setzt sich Detlef Willand in Zyklen mit seiner Heimat (Als die Walser noch Bauern waren, Sprichwörter aus Walsertal und Allgäu), mit archaischen Geschichten der Bibel (Jona, Joseph, Gleichnis vom verlorenen Sohn), mit seiner und der Menschen Suche und Wege (Der Weg, Jäger des Einhorn), mit Menschen, Landschaften, Natur und ihren Wechselwirkungen auseinander. Er mahnt zum Erhalt der Kulturlandschaft im Kleinwalsertal und seine Offenheit und Beharrlichkeit ermöglicht es ihm, sich zum Lager der Steinzeitjäger bei Schneiderküren führen zu lassen.
Die jetzige Ausstellung präsentiert eine subjektive Auswahl des Künstlers als Rückschau zu zentralen Themen seines Schaffens, herausgelöst aus chronologischen Zusammenhängen und Zyklen. Und einen ganz neuen Zyklus, an dem er bis zuletzt gearbeitet hat: "7 Berge" - seine mystische und mythische Sicht der Landschaft, die uns umgibt.
Spannende Gegenüberstellungen, ungewöhnliches Nebeneinander. Es verstärkt die Symbolkraft seiner Werke und zeigt die unendliche Vielfalt und Schönheit des Lebens. Und ermöglicht dem Betrachter, bewußter Sehen zu lernen.

Biographisches

1935 geboren

Ausbildung zum Holzbildhauer

1961 erste eigene Werkstatt im Kleinwalsertal

1965 Hinwendung zu Arbeiten auf Papier

1968 Erste Holzschnitte

1973 Mitglied der Künstlergruppe der Hans-Thoma-Gesellschaft

1977 Erste Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Albstadt, Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

1985 Oberallgäuer Kunstpreis

2001 Preisträger der Stiftung Bibel und Kultur

2003 Mitgestaltung Bergschau Walserhaus Hirschegg

2005 Johann Georg Grimm Preis des Kultur-Förderkreises Allgäu

2010 "Steinmänner-Brunnen" Gipfelstation Walmendingerhorn Kleinwalsertal

Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt:

2005 Holzschneiden 1970 - 2005

2006 Kleine Geschichte der Walser im Kleinen Walsertal

2008 Wort ond Bildr, gemeinsam mit Anton Amann

2009 Die Antworten der Rabenfrau

Externe Links:
http://kultur-oa.de/kunsthaus-jauss/2010_willand.htm