am 09.05.2016 von Irmela Fischer

Was bleibt - Horst Heilmann und Kilian Lipp

Villajauss lippheilmann plakat 3-2

20.03. - 29.05.2016, geöffnet Mi - So 15 - 18 Uhr

Eröffnung: Samstag, 19.03.2016, 19 Uhr
Einführung: Ursula Winkler,
Musik: Michael Frank Meier, Flöte und Oliver Post, Gitarre

Oberstdorf – Zwei Maler, starke Bilder: Horst Heilmann und Kilian Lipp zeigen neue Werke. Die Villa Jauss führt die beiden geschätzten Künstlerpersönlichkeiten des Allgäus für gut zwei Monate zusammen – eine Idee von Kilian Lipp. In einem grandiosen Gegenüber werden Gemeinsamkeiten und Gegensätze zweier leidenschaftlicher Routiniers der Malerei sichtbar gemacht. Die Motivation für diese besondere Ausstellung erklärt der Titel „was bleibt“: Im Zuge von Arbeit und Erfolg stellt sich die Frage, was wichtig ist und überdauern kann – Antworten geben Horst Heilmann und Kilian Lipp gemeinsam.
Die inspirierende Ausstellung findet in den holzgetäfelten Räumen der Villa Jauss statt. Die ehrenamtlich geführte Galerie steht für berühmte Namen und Newcomer, aktuelle Kunst und Kunstgeschichte gleichermaßen – Hauptsache Qualität. Der Blick auf die deutsche und internationale Kunst verstellt nicht den Blick auf die Kunst in der Nachbarschaft. Das Publikum findet in der Villa Jauss in jeder Ausstellung hervorragende Kunst, die es wert ist, aufmerksam betrachtet, genossen und auch gesammelt zu werden.
Kilian Lipp und Horst Heilmann. Beide Künstler sind überregional bekannt, mit Kunstpreisen ausgezeichnet, in vielen, darunter öffentlichen Sammlungen vertreten. Beide wirken in ihrer Heimat - der eine in Kempten, im städtischen Atelier, der andere auf dem Gailenberg, mit Kunsthaus im denkmalgeschützten Bauernhaus. Der eine malt auf Papier, der andere ausschließlich auf Leinwand. Der eine malt aus dem Kopf im Atelier, der andere draußen vor der Natur. Der eine liebt das Schwarz, der andere akzentuiert mit Gold. Beide befassen sich motivisch mit Landschaft, Räumen, Frauen, Männern, Häusern, Bäumen … Die vordergründigen Gemeinsamkeiten lassen die tieferen Gegensätze ihrer künstlerischen Auffassung umso deutlicher vor Augen treten. Diese besondere duale Ausstellung bietet einen Intensivkurs für das, was „Painting“ vermag. Zwei Paletten, zwei Malweisen, zwei Bildwelten treten in Dialog und schärfen den Blick für zwei Extreme. Kilian Lipp übersetzt wie kein anderer die nuancenreiche Farbigkeit und Atmosphäre der Allgäuer Berghänge in luftige Leinwände. Horst Heilmann erfindet raffinierte Räume und konfrontiert den Betrachter mit der Blöße der menschlichen Existenz. Beide Künstler arbeiten figürlich, aber weit entfernt von einem Realismus. Kilian Lipp zeigt seine Hirten, Kühe und Mädchen formal erkennbar, imaginiert einen Bildraum, der an eine unzerstörte Kulturlandschaft gemahnt. Bei Horst Heilmann sind Gesichtszüge, Augen, Details seiner Frauendarstellungen erkennbar, doch sie treten nicht nach außen, sondern beziehen sich auf eine komplexe Innenwelt.
Beide Künstler verstehen es meisterlich, das für sie Zentrale ins Bild zu setzen: Den Menschen in seinem schieren Dasein und in seiner kulturellen Geformtheit, die Landschaft in ihrer Natur und in ihrer Verletzlichkeit, die gebaute Architektur in ihrer Schönheit und in ihren zwiespältigen Funktionen. Diese Zusammenschau mit neuen Bildern bietet einen Höhepunkt im Kunstjahr 2016 und ein Muss für alle, die Kilian Lipp und/oder Horst Heilmann schon schätzen und gerne neue Dimensionen ihrer Werke kennenlernen möchten. Der Titel „was bleibt“ bedeutet für beide ein Programm ihres Künstlertums, in dem es um Befragung, Erhalt oder auch Korrekturen von persönlichen Lebensräumen, Lebensentwürfen und Wertvorstellungen geht.

Text: Ursula Winkler

Portrait, 2011, Horst Heilmann Hirtenbild, 2015, Ausschnitt, Kilian Lipp Horst Heilmann, Platz der Macht, 2015, Acryl, 99 x 89 cm [1310] Kilian Lipp, Sommer in Gerstruben, 2015, 90 x 120
Ursula Winkler, Was bleibt
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Ursula Winkler, Was bleibt

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