Foto Reiter, Dachgeschoss
am 14.10.2022 von Irmela Fischer

BAUMPFLANZUNG ZU EHREN VON JOSEPH BEUYS

Seit Mittwoch 12.10.2022 steht südlich der Villa Jauss ein Tulpenbaum mit einer Basaltstele daneben. Oberstdorf ist damit Teil des Projekts EICHENPFLANZUNG ZU EHREN VON JOSEPH BEUYS - “. . . denn wir wollen die Pflanzaktion ja nie mehr beenden!”, in Anlehnung an die von Joseph Beuys zur documenta 7 1982 in Kassel initiierten Kunstaktion „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“.

Die Stiftung DASMAXIMUM in Traunreut ehrt den Künstler und sein Werk seit 2015 mit diesem Projekt. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahr 2021 entstand die Idee das Projekt zu erweitern und bayernweit zu pflanzen. Insgesamt sollen 64 Basaltsteine – einer für jedes Lebensjahr des Künstlers – gemeinsam mit einem Baum gepflanzt werden. In Oberstdorf ist es die 38. Pflanzung.

Das Projekt an der Villa Jauss wurde von der Initiative Villa Jauss e.V. gemeinsam mit DASMAXIMUM Traunreut (Dr. Maria Schindelegger, Lothar Müller), der Marktgemeinde Oberstdorf (1. Bürgermeister Klaus King, Thomas Kretschmer) / Kommunale Dienste (Mathias Stein mit Team),Tourismus Oberstdorf (Frank Jost, Petra Genster) und den Initiatoren Bergith Hornbacher-Burgstaller (3. Bürgermeisterin, Projektkoordinatorin) und Wilhelm Geierstanger (Villa Jauss) umgesetzt, dankenswerterweise finanziert durch private Spenderinnen und Spender aus Oberstdorf. Wir haben im gemeinsamen Austausch das Projekt entwickelt, gemeinsam gegraben und gepflanzt. Es ist ein Leuchtturmprojekt für Oberstdorf, das zeigt, dass es jenseits gewohnter Fraktionierungen auch gemeinsam gehen kann: Kultur mit Politik, Gemeinde, Oberstdorfer Bürgern und Gästen. So sollten wir weitermachen!

Einen Baum zu pflanzen und daneben einen Stein zu setzen ist eine alte Tradition und Beuys hat sie aufgegriffen und wollte damit auch sein Konzept der Soziale Plastik umsetzen, bei der viele Mitbürger und Mitbürgerinnen gemeinsam an einer Aktion mitwirken zum Wohle der Gemeinschaft. Die Natur spielt dabei eine zentrale Rolle als Inbegriff von Wachstum und schützenswertem Lebensraum und die Kunst als Verbindungselement und mahnendes Zeichen.
Baum und Stele bilden ein Gegensatzpaar: der Baum steht in diesem Sinne als etwas Organisches, stets wachsendes (wir hoffen, dass der Baum anwächst), in den Himmel Strebendes und verbindet die Erde mit dem Himmel. Der Stein als Jahrmillionen altes starres Urgestein, welches einmal Lava war, kommt aus der Vergangenheit. So soll hier die Vergangenheit mit der Zukunft verbunden werden. Zu Beginn der Aktion bildet der Stein eine Art Wächter über den Baum, aber im Laufe der Zeit soll der Baum den Schutz für den Stein symbolisieren. Sie bleiben in Verbindung.
Wir sind nun Teil dieser „Sozialen Plastik“, die Beuys so wichtig war. Und wir handeln ganz im Sinne von Melchior Jauss, dem Erbauer der Villa, der u.a. hier im Fuggerpark die Bäume pflanzen ließ.
Jeder Baum zählt - er leistet seinen Beitrag für unser Überleben! Deshalb pflanzen statt abholzen!

Durch unsere Lebensweise, unser Wirtschaften und den dadurch entstandenen Klimawandel haben sich die Lebensbedingungen stark verändert. Deshalb haben wir einen Tulpenbaum gepflanzt, von dem wir wissen, dass er mit Hitze und Trockenheit ebenso zurecht kommen kann wie mit unseren kalten und nassen Wintern. Der Tulpenbaum ist eigentlich in Europa ein Ureinwohner, der aber als wärmeliebendes Magnoliengewächs durch die Eiszeiten verdrängt wurde. Er gehört zu den imposantesten und schönsten Laubbäumen Nordamerikas, mit auffallenden Blättern, großen kelchförmigen tulpenartigen gelben Blüten und zartem Aprikosenduft sowie einer leuchtend goldenen Herbstfärbung. Die Blüten bieten riesige Mengen Nektar für vielerlei Insekten, die Samen sind Nahrung für Wildtiere. Jetzt, da es darum geht unsere Wälder klimafest zu machen gehört der Tulpenbaum auch in Europa zu den Hoffnungsträgern und wird bereits auf Waldversuchsflächen angepflanzt.
In Oberstdorf ist unser Tulpenbaum der zweite auf öffentlichem Grund. Der erste steht im Friedhof. Hoffen wir, dass er hier prächtig gedeiht und dass wir irgendwann, vielleicht in 15 Jahren, seine üppige Blütenpracht bewundern dürfen.

Alle Fotos © Simon Wiesinger

Wer mehr über Klimabäume wissen möchte, sei das neue Buch von Susanne Fischer-Rizzi empfohlen:
Bäume der Hoffnung - Baum und Mensch im Klimawandel, at Verlag

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